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Freiburger Linux User Group


SSH - kurz & gut

Buchinformationen:
Sven Riedel. SSH - kurz & gut. 1. Auflage August 2004. O'Reilly. ISBN 3-89721-269-2. 156 Seiten. 9,90 Euro.
Rezensent: Walter Harms (09/2004) für die Freiburger Linux User Group.

Vorwort

Das Buch ist ein Büchlein aus der bekannten 'Kurz&Gut" Reihe. Es hat 155 Seiten und kostet 9.9 Euro. Die Aktualität ist immer ein Problem und kann mit sehr gut bezeichnet werden. Es bezieht sich auf OpenSSH Version 3.8 was auch mit der aktuellen SuSE 9.1 ausgeliefert wird. Inhaltlich befindet es sich zwischen der OpenSSH Man-Page und einem Buch. Das Zielpublikum sind Personen die mehr oder weniger regelmäßig mit ssh arbeiten aber nicht alle Optionen benutzen und sie daher immer wieder vergessen (wie ich).

Das Buch

Gut gefallen hat mir die Einführung, wo beschrieben wird was SSH ist und kann. Gerade letzteres ist bei kryptographischen Programmen immer notwendig aber immer wieder bleibt man im unklaren was jetzt nicht möglich ist. Ob aber Sätze wie "Im Regelfall alloziert ssh für interaktive Sitzungen ein Pseudo-TTY ... " (Seite 12) notwendig sind sollte jemand beurteilen, der sie versteht.

Die Unterschiede zwischen OpenSSH und der Tectia (kommerzielle SSH Variante) sind immer klar herausgestellt. Was ich aber vermisse, ist die Tatsache das OpenSSH OpenSource ist und die Konfigdateien sich an einem anderen Ort befinden können ("./configure - -prefix=/usr/local"). Sicher nicht entscheidend; aber ein Satz zu diesem Thema wäre eigentlich fällig gewesen.

Bei einem so umfangreichen Büchlein ist der Index wichtig. Erster Test: MD5 (es gibt eine schöne, kurze Beschreibung in Anhang A) leider kein Eintrag im Stichwortverzeichnis. Zweiter Test 'scp': taucht auch nicht auf, obwohl ein komplettes Kapitel dafür reserviert ist. Dritter Test'FTP' bzw 'FTPServer' : taucht nicht auf (sftp ist der ssh Ftpclient und hat ein eigenes Kapitel). Ich weiß nicht, was noch fehlt; ein kritischer Blick des Lektors wird sicher helfen. Zumindest scheinen alle Optionen von OpenSSH verzeichnet zu sein.

In der Beschreibung der von verwendeten Variablen von ssh sind mir keine fehlenden aufgefallen. Allerdings einige Verwirrung, DISPLAY wird vom X11-Server verwendet, ssh missbraucht sie eher. LOGNAME wird von ssh beim Einloggen gesetzt, TERM aber auch. Wer hat eigentlich die Variablen im Index gesetzt ? Wenn ich nach .shosts suche werde ich im Index und $HOME/.shosts fündig, leider nicht unter '.shosts' . Gewöhnungsbedürftig ist das wenigste was man dazu sagen kann.

Gut gefallen hat mir Kapitel 7 "Interaktionen mit anderen Programmen", z.B. vim, xemacs,cvs oder auch NetBSD. So war mir nicht bekannt, daß man rcmd() unter NetBSD auf ssh umschalten kann (eine Idee für glibc ?)

Kapitel 8 "Portumleitung" hätte ein kleines Beispiel verdient. Der Autor weiß aber wovon er schreibt. Das fällt auf: diese kleinen Hinweise, wie z.B. das man Ports>1024 verwenden sollte, weil nur root die anderen verwenden darf. Ich habe schon Leute gesehen, die es stundenlang mit Port 100 versuchen haben.

Zusammengefasst

Das Buch bietet eine Übersicht über ssh und verwandte Programme wie scp, sftp. Seine Schwächen sind eher redaktioneller Art. Ein fehlendes Glossar, das die Abkürzungen erklärt, Fachbegriffe die durch Fachbegriffe erklärt werden, eine fehlende Liste von WWW-Adressen, wo man die erwähnten Programme bekommen kann (ich habe die Homepage von ssh im Buch nicht gefunden).

Insgesamt gibt es für das Buch eine 2 für den Inhalt aber wegen Abzügen in der B-Note gibt es eine 3 als Endnote.