FLUG Logo

Freiburger Linux User Group


Langzeitarchivierung - Methoden zur Erhaltung digitaler Dokumente

Buchinformationen:
Uwe M. Borghoff, Peter Nördig, jan Scheffczyk, Lothar Schmitz. Langzeitarchivierung - Methoden zur Erhaltung digitaler Dokumente. dpunkt.verlag. ISBN 3-89864-245-3. 283 Seiten. 45 Euro.
Rezensent: Walter Harms für die Freiburger Linux User Group.

Die Autoren sind Mitglieder der Universität der Bundeswehr. Das Buch ist schön gesetzt. Am Rand finden sich die wichtigen Stichworte zu jeder Seite. Es wurde wohl alles von den Autoren gemacht, den sie erwähnen das sie das Buch in Latex geschrieben haben.

Das Buch teilt sich in zwei Teile mit insgesamt 10 Kapiteln. Im ersten Teil finden sich Überblick über die aktuelle Forschung zu Thema, im zweiten Teil wird versucht ein Einblick in die Praxis zu geben.

Man muss klar sagen, dass Buch wurde von Fachleuten für Fachleute geschrieben. Wer als Bibliothekar vor dem Problem steht Daten der letzten Jahrzehnte zu sichern, wird zwar keine Antwort auf sein Problem finden aber immerhin Anregungen wo er suchen soll. Wer erwartet er kann eine Antwort auf die Frage finden wie man seine Firmendokumente in den nächsten Jahrzehnten sicher aufbewahren, d.h. speichern und wieder lesen, kann auch ein Antwort bekommen: ASCII oder ausdrucken. Denn nichts ist vergänglicher als die digitale Information. Besonders die nicht dokumentierten propretären Datenformate, sei es im Textbereich oder in Datenbanken machen es den Archievaren jetzt schon schwer.

Und was haben sich die Bibliotheken nicht schon alles ausgedacht, einige müssen Magazine voll mit alter Hardware haben um die Programme laufen zu lassen, mit dem dann die Diskette/Bänder und anderes Speichermaterial wieder gelesen werden kann. Natürlich ist das keine wirkliche Lösung, denn die Hardware wird eines Tages einfach unter den Händen der Betreuer wegsterben. Also doch alles ausdrucken? Oder sind Emulatoren eine Lösung? Aber welche Hardware wird in Zukunft überleben?

Was habe ich bei der Lektüre gelernt ?

  1. Einfache Antworten gibt es nicht, die Realität ist viel komplizierter als man meinen mag.
  2. Das Problem wird größer mit jedem Tag, an dem ein Dokument in einem nicht dokumentierten Format gespeichert wird. Das wird künftiger Historikern noch zu schaffen machen.
  3. Werfen sie alte Hardware nicht einfach weg. Eine Bibliothek in der Nähe sucht eventuell verzeifelt eine Möglichkeit, die 8 Zoll Diskette mit bisher unbekannten Daten zu retten
  4. Wer meint das Papier ein vergängliches Medium ist, sollte mal versuchen alte Bänder mit wichtigen Daten zu lesen.